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Fichtelberger Siebenstern-Wanderwege



Das Wahrzeichen des Fichtelgebirges, der Siebenstern, wurde als Namensgeber verwendet. Sieben Wanderwege, die einen Lehrpfadcharakter aufweisen, führen durch die reizvolle Landschaft um Fichtelberg. Ausgehend vom Köhlerplatz im Ortsteil Neubau strömen die Wege mit Längen von 3,8 km bis 16 km in verschiedene Himmelsrichtungen. Je nach Thema wurde den Wegen ihr Name gegeben.


Es gibt den

Köhler-, Hirten- und Steinhauerweg
Steinweg
Bergwerksweg
Dichter-, Denker und Komponistenweg
Brunnen- und Quellenweg
Bergamtsweg
Steinzeitweg

Als Beispiel der Köhler-, Hirten- und Steinhauerweg

Station 1: Kleiner Ochsenkopf
An einigen Felsblöcken im Fichtelgebirge findet man mehr oder weniger geheimnisvolle Zeichen. Die meisten stammen von mittelalterlichen Bergleuten, die den Wald auf der Suche nach Erzen durchstreiften und Fundorte an Felsen markierten. Ein paar Jahrhunderte später haben Hirten, die in den durch Kahlschlag stark aufgelichteten Wäldern ihre Herden weiden ließen, die Zeichen wieder entdeckt. Sie konnten sie aber nicht deuten und haben sie oftmals zerstört oder mit Hammer und Meißel verändert. Aus dem Bergmannszeichen für Quecksilber könnte so der Ochsenkopf mit heraushängender Zunge, wie er auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges zu sehen ist, geworden sein. Man weiß, daß ein bereits vorhandenes Zeichen 1803 von Hirten nachgemeißelt und verändert worden ist. Hirten oder Steinhauer haben vermutlich auch den "kleinen Ochsenkopf"gezeichnet und zugleich ihre Initialen mitverewigt. Die Namen sind nicht mehr bekannt, aber die Buchstaben v.N. und v.F. könnten "von Neubau" und "von Fichelberg" bedeuten, also die Wohnorte der Künstler bezeichnen.

Station 2: Meilerplatte
Der Aufbau eines Meilers erfordert eine völlig ebene Fläche. Die Köhler haben deshalb in mühsamer Handarbeit geeignete Plätze im Hang geebnet. Solche Meilerplatten sind auch viele Jahre nach dem Abbrand des letzten Meilers noch immer gut zu erkennen. Wenn man auf der Platte mit dem Fuß etwas scharrt, stößt man auf die Kohllösche, ein Gemisch aus Erde und Holzkohlenresten, das zum Abdecken des Meilers diente und immer wieder verwendet wurde.

Station 3: Steinbruchhalde
Beim Abbau des Grünsteins oder Proterobas ist viel Abraum- und Bruchmaterial angefallen. Weil man keine rechte Verwendung dafür hatte, wurde es einfach über die Hangkante gekippt. So entstanden große Schotterhalden, die nur langsam von der Natur wieder besiedelt werden können. Die Arbeit in diesem Steinbruch wurde etwa 1950 aufgegeben. Unter den größeren Blöcken mit ausreichenden Hohlräumen hausen jetzt Fuchs und Dachs. Da sich die Halden bei Sonne schnell aufheizen, ziehen sich gerne wärmeliebende Reptilien, Eidechsen und Schlangen (Kreuzotter) dorthin zurück.

Station 4: Steinbruchgelände
Der Proterobas kommt in einem schmalen, 5 - 20 m breiten und bis zu 20 m tiefen Gang in einer Bruchspalte des Granits vor. Der Gang beginnt bei Neubau und zieht sich über den Ochsenkopf bis Bischofsgrün. Der Grünstein wurde in schluchtartigen Brüchen abgebaut. Mit einfachen Holzkränen, sog. Derrecks, mußten die Blöcke aus der tiefen Spalte zum eigentlichen Betriebsgelände hochgehoben werden, wo sie die Steinhauer in halboffenen Hütten weiter bearbeiteten. Hier standen auch das Maschinenhaus mit den Winden, die Kompressoren für die Preßlufthämmer und die Schmiede für die Instandsetzung der Werkzeuge. Bei Aufgabe des Steinbruchs mußten alle Gebäude und Maschinen abgebaut bzw. abtransportiert werden. Deshalb ist von den Betriebsgebäuden nichts mehr zu sehen. Die Steinbrüche haben sich fast überall mit Wasser gefüllt. Manchmal brüten Enten darauf.

Station 5: Köhlerplatte
Die Köhlerei war Grundvoraussetzung für die Verhüttung der Eisenerze. Der Bedarf an Holzkohle für die Hütten war riesig. Deshalb finden wir überall im Wald die Standorte der Holzkohlenmeiler. Besonders gut zu erkennen sind sie, wenn zufällig ein Forstweg über die Platte gebaut wird. An der Wegböschung fällt dann die "Kohllösche" mit Holzkohlenstücken auf. Häufig wurden die Platten in der Nähe von Bachläufen oder Quellen angelegt, um Löschwasser bereithalten zu können. (Testen Sie Ihre Beobachtungsgabe und suchen Sie den Standort der Platte im Verlauf des Weges.)

Station 6: Findlingsabbau
Auch die überall im Wald vorkommenden Felsblöcke aus Granit wurden gewerblich genutzt und abgebaut. Die Spuren sind noch heute überall im Wald zu sehen. Viele scharfkantig gebrochenen oder stufenförmig abgebaute Granitfelsblöcke, bzw. deren Reste und kleine Bruchsteinhalden weisen uns auf diese Art der Steingewinnung hin. Die angewandte Technik war denkbar einfach. An der gewünschten Bruchlinie wurden keilförmige Löcher geschlagen, in die man knochentrockene Holzkeile trieb. Mit Wasser begossen sind die Keile gequollen und haben den Stein gespalten.
Mit dem Aufkommen härterer Werkzeuge konnte man auf das zeitaufwendige Quellen der Hölzer verzichten und den Spalt mit Eisenkeilen aufsprengen. Bei diesem Findling lohnte sich der Abbau offensichtlich nicht, weil er sich nicht gerade spalten ließ. Er blieb deshalb ohne weitere Bearbeitung im Wald liegen.

 

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